Das Trinkgeld
(Eine Geschichte von Nasreddin Hodscha)

Einst begab sich Nasreddin in ein trkisches Badehaus.
Dort gab man ihm nur ein altes, schmutziges Handtuch.
Die Badewrter waren unfreundlich und bedienten ihn schlecht.
Nicht einmal ein Stck Seife hatten sie fr ihn brig.
Als Nasreddin mit dem Baden fertig war, gab er den Badewrtern hundert Silbermnzen Trinkgeld!
Darber staunten sie sehr.
Eine Woche spter ging Nasreddin wieder in dieses Bad.
Dieses Mal wurde er freudig begrt und bestens bedient.
Die Badewrter halfen ihm beim Auskleiden, reichten ihm ein Handtuch aus Seide, seiften ihn ein, massierten ihn und trockneten ihn ab.
Sogar beim Ankleiden waren sie Nasreddin behilflich.
Beim Abschied erhielt jeder Badewrter nur eine einzige, lcherliche Kupfermnze in die aufgehaltene  Hand.
Als die Badewrter Nasreddin fragend anstarrten, erklrte er ihnen:
"Das ist das Trinkgeld fr eure schlechte Bedienung beim letzten Mal. Das Trinkgeld der vorigen Woche hat fr heute gegolten."